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Thema: Von der Fremd- zur Selbstbestimmung (Freiheit)

ZUSAMMENFASSUNG (Impulsvortrag Karlheinz Raum):

Ethik ist das Ergebnis von erlernten, geistigen Qualitäten, deren Ursprung stets von sog. Vordenkern ausging, die man auch spirituelle Lehrer oder Philosophen nannte. Inhalt der Qualitäten oder Tugenden ist der friedliche und gerechte Umgang zum Wohle aller Menschen. (common wealth). Tugendpakete wurden von Einzelpersonen übernommen und auf die Gesellschaft als Richtlinie/Regel angewandt (Religionsstifter, Herrscher, Institutionen). Zur Durchsetzung der Regeln wurde fast immer irgendein Gott als oberste Autorität eingesetzt und durch die Methode polarisiert, wie gut/böse, gläubig/ungläubig, Freund/Feind etc.
In der Familie waren es die Mütter, die durch ihre Erziehung die Verhaltensnormen ihrer jeweiligen Gesellschaftsform prägten.
In Europa hat im 4. Jh. die Kirche die Überwachung der Einhaltung vom römischen Reich übernommen, als Kaiser Theodosius das Christentum zur Staatsreligion erhob. (Gewaltenteilung). Wenn es in einem Herrschaftssystem gelungen ist, mehr positive Qualitäten zu integrieren und mit künstlerischen Elementen zu verbinden, so entwickelten sich daraus Kulturen (Hochkulturen), die ohne Ausnahme wieder zerfielen, bis sich daraus wieder etwas Neues entwickelt. (Zyklen, Epochen, Paradigmenwechsel etc). Die Änderungen der Neuzeit, sind die ersten Hinweise auf eine pluralistische Gesellschaftsform in der mehrere Regeln nebeneinander toleriert werden. Seit etwa 2- 300 Jahren kann man ein geografische Richtungsänderung erkennen. Während bis dahin geistige Impulse stets aus dem Orient kamen – hat sich die Windrichtung gedreht - vermutlich ausgelöst durch französische Philosophen wie Voltaire, Rousseau, Diderot ua entwickelte sich die französische Revolution, Entmachtung der Kirche in Europa, Auswanderungswelle nach Nordamerika. Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten. Neue Verfassungen mit Trennung von Staat und Kirche, Wahlrecht , Abschaffung der Sklaverei, Gleichheit von Rassen und Geschlechtern. Ethik Regeln von Benjamin Franklin oder Thomas Jefferson. Das sog. Zeitalter der Aufklärung war geboren.

Andere Änderungen, ab dem 19. Jh: Abspaltungen von alten christlichen Glaubensgemeinschaften: Zeugen Jehova, Mormonen, Adventisten, Neuapostolische Kirche, Neuorientierung der kath. Kirche im 1. Vatikanum 1870. 19./20. Jahrhundert: Eine neue Jagd auf Landeroberung begann. Neben England, Spanien, Portugal auch kleinere Länder, wie Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande, Italien. 1. Weltkrieg: Gründung des Völkerbundes durch den amerikanischen Präsidenten Wilcox Wilson mit ersten Richtlinien für die Völker dieser Welt; 2. Weltkrieg: Gründung der UNO mit Errichtung globaler Institutionen (Welt-Gericht/-Gesundheit/-Handel/-Bank etc). Das neue Zeitalter hat begonnen: Der Hauch von Freiheit zog um die Welt – Kennedy; Peace Corps, NewAge durch die Journalistin M. Ferguson, Baghwan. Zeitalter Michaeli lt. Rudolf Steiner (ab 1860). Ergebnis: Fast alle Eroberungen der Vergangenheit wurden zurückgegeben (Kolonien). Es wurden keine Kriege in der Neuzeit gewonnen, (Deutschland, Korea, Vietnam, Afghanistan, Irak), im Sinne früherer Eroberungen. Der mühsame Übergang zur Demokratie in allen Ländern dieser Welt. Neue Verfassungen, gestützt auf Menschenrechte, Wahlrecht, Parlament, Gewaltenteilung) wurde weltweit eingeführt. Aktueller Stand: sog. Pseudodemokratien.

Damit sind wir im Heute angelangt, das ich als pupertäre Phase der geistigen Entwicklung betrachte und hoffe, dass die Menschheit ihren Verstand benutzt, langsam erwachsen wird und lernt Selbstbestimmung mit Verantwortung zu übernehmen. So wie Kinder lernen müssen, sich aus Geborgenheit und Fürsorge des Elternhauses zu lösen, wenn sie erwachsen werden wollen.
Die anschließende, lebhafte Beteiligung an der Diskussion endete u.a. mit dem Ergebnis, dass der Begriff Freiheit/Selbstbestimmung alleine noch nicht ausreicht, sondern mit einschränkenden Leitplanken versehen werden muss, um in Freiheit nicht gegen die Wand zu fahren.

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