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Thema: Neue Gedanken zu Gott
ZUSAMMENFASSUNG (Impulsvortrag Berndt Schramm):

Ein alter Mann mit langem Bart – mit dieser Vorstellung von Gott sind wohl die meisten von uns aufgewachsen. Dieses Bild löst sich zwar später mehr + mehr auf, aber es bleibt mehr oder weniger dabei, dass es sich bei der Vorstellung von Gott eher um ein menschenähnliches, übermächtiges Wesen handelt.

Ich werde heute nicht den unmöglichen Versuch unternehmen, etwas beweisen zu wollen. Vielmehr geht es mir einfach nur darum, zu diesem göttlichen Thema
1. neue Gedanken bzw. Theorien zu entwickeln
2. zu versuchen, mich mithilfe der Logik mit diesen Gedanken auseinanderzusetzen, um so mögl. korrekte + fehlerfreie Rückschlüsse + Ableitungen herzuleiten
3. den weit verbreiteten, traditionellen Vorstel-lungen von Gott eine neue Alternative gegenüber zu stellen.

Bevor ich damit beginne, möchte ich zum Thema GOTT zumindest noch zwei neuzeitliche Philosophen zu Wort kommen lassen:

Goethe: Wie einer ist, so ist sein Gott, Darum ward Gott so oft zum Spott.

Der Philosoph Gottfried Wilhelm Leibnitz (der GOTT schon in seinem Vornamen trägt): „Gott hat die Welt optimal geschaffen, sie ist die „beste aller Möglichen“.

Seit der Aufklärung wird der Glaube an GOTT mehr und mehr zurückgedrängt - es ist heute normal, Gott als Mythos zu betrachten.

Ich halte es auch deshalb für legitim, nicht den Begriff Gott zu verwenden, sondern eher von einem System zu sprechen sowie die Vorstellung von einem göttlichen System dem aktuellen Erkenntnisstand anzupassen. Dazu zählt aus meiner Sicht vor allem, dass das Göttliche in einem untrennbaren Zusammenhang mit den Prinzipien des Universums steht.

Die wichtigsten universellen Prinzipien sind:

• EINMALIGKEIT
• EINHEIT + SELBSTÄHNLICHKEIT
• VIELFALT + KOMPLEXITÄT
• VERBUNDENHEIT
• BEWEGUNG
• VERÄNDERUNG, TRANSFORMATION, WEITERENTWICKLUNG + DAS ERSCHAFFEN IMMER NEUER ZUSTÄNDE
• UNENDLICHKEIT VON RAUM + ZEIT
• UNERSCHÖPFLICHKEIT DER ENERGIE
• DAS UNIVERSELLE ERHALTUNGSPRINZIP - NICHTS GEHT VERLOREN
• DER BEGRIFF GOTT STEHT FÜR EINE ALLES UMFASSENDE EINHEIT. Das bedeutet auch, dass der Mensch Teil dieser Einheit ist und - einem Fraktal vergleichbar - ein integraler + homogener Bestandteil dieses göttlichen Konstruktes ist. Somit kann alles nur in dieser göttlichen Einheit existieren, analog einer Zelle, die ausschließlich dem übergeordneten Ziel dient, die Gesunderhaltung des Organismus zu sichern und dazu beizutragen, neue Lebensenergie zu fördern.
• Das Göttliche existiert ohne Stellvertreter.

Es gibt durchaus Möglichkeiten, dem ausgeprägten Unwissen zum Thema Gott ein alternatives Erklärungsmodell gegenüberzustellen, das vor allem auf Logik und Plausibilität beruht. Ein solches Erklärungsmodell bietet (im Vergleich zu Unwissenheit) den entscheidenden Vorteil, mehr Orientierungssicherheit gewinnen zu können.

GRUNDLAGEN:
• Faktenbasierte Erkenntnisse, z. B. die Existenz der Evolution = Zunahme der Komplexität = der aus meiner Sicht „rote Faden“ der den Sinn des Universums + des Menschen nahelegt.
• Annahmen auf der Grundlage von Logik + Plausibilität, die sich am Sinn des Fundamentalen (wie der Evolution) orientieren.

MEINE THESEN:
Es sind vor allem 4 göttliche Eigenschaften, die üblicherweise mit dem Gottesbild verknüpft werden:
ALLMACHT
Ein allmächtiger Gott ist uneingeschränkt souverän. Er muss niemandem etwas beweisen, auch nicht slch selbst. Er kann alles + zwar zu jeder Zeit ändern + gestalten. Insofern ist es mehr als wahrscheinlich, dass die Schöpfung eines allmächtigen Gottes, von Beginn an ohne den geringsten Makel gewesen wäre. "Nachbesserungen" oder Optimierungen, z.B. durch die Evolution, wären zu keiner Zeit notwendig.

ALLWISSENHEIT
Diese entbehrt jeder Neugier, denn alles Wissen ist bereits vorhanden. Die Evolution wäre überflüssig. Alles was schon passiert ist + in Zukunft noch passieren wird, ist Gott bekannt. Das im Universum herrschende Prinzip der Einzigartigkeit in Verbindung mit der zunehmenden Komplexität deutet jedoch auf das Vorhandensein von „Neugier“ und dem Streben nach Wissensvermehrung hin.

BARMHERZIGKEIT
kann nur geübt werden, wenn die Fähigkeit für Empathie + ethisches Verhalten angelegt ist. Im Universum existiert jedoch das (aus menschlicher Sicht) Gute und Böse gleichberechtigt neben-einander. Nur auf dieser Grundlage kann sich Fortschritt im Sinne der Evolution entwickeln ("gut" ist, was sich durchsetzt).

VOLLKOMMENHEIT
Sie steht für absolute Perfektion, die – auch im Sinne der Evolution - nicht mehr verbesserungs- bzw. steigerungsfähig ist. Welchen Sinn sollte es dann machen, dass ein vollkommener Gott ein Geschöpf erschafft, das so unvollkommen ist, wie der Mensch?

MEIN FAZIT:
• "Gott" ist weder allmächtig, allwissend, barmherzig oder vollkommen.
• Ich halte es viel mehr für wahrscheinlich, dass dem "Göttlichen" ein selbstlernendes System zugrunde liegt, das mit einem KOSMISCHEN ALGORITHMUS vergleichbar ist. Dieser kosmische Masterplan dient dem Ziel, die Weiterentwicklung des Lebens im gesamten Universum sicherzustellen.
• Dazu passt, dass die Evolution den Charakter eines kreativen, von "Neugier" getriebenen, geistigen Prozesses besitzt + der Faktor Information die wichtigste Grundsubstanz im Universum darstellt.
• Der Mensch ist in Bezug auf den erwähnten "gottesähnlichen" Algorithmus mit einem Fraktal vergleichbar, besitzt also ein hohes Maß an Selbstähnlichkeit mit dem großen Ganzen. Diese Selbstähnlichkeit bezieht sich nicht nur auf unsere existentielle Abhängigkeit von Kommunikation + den dadurch entstehenden sozialen Beziehungen sondern vor allem auch auf unser Verhalten. Dieser Zusammenhang wird sehr schnell nachvollziehbar, wenn man sich bewusst macht, dass das ganze Leben eines Menschen primär darauf ausgerichtet ist, den persönlichen Informations-Speicher zu erweitern, insbesondere über neue Erfahrungen und neues Wissen.

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